der Kuenftige

Der Künf­ti­ge
1933, 265, Paul Klee

 

Der Frei­geist

Die Krä­hen schrei’n
Und zie­hen schwir­ren Flugs zur Stadt:
Bald wird es schnei’n –
Wohl dem, der jetzt noch – Hei­mat hat!

Nun stehst du starr,
Schaust rück­wärts ach! wie lan­ge schon!
Was bist du, Narr,
Vor Win­ters in die Welt – ent­flohn?

Die Welt – ein Tor
Zu tau­send Wüs­ten stumm und kalt!
Wer Das ver­lor,
Was du ver­lorst, macht nir­gends Halt.

Nun stehst du bleich,
Zur Win­ter-Wan­der­schaft ver­flucht,
Dem Rau­che gleich,
Der stets nach käl­tern Him­meln sucht.

Flieg’, Vogel, schnarr’
Dein Lied im Wüs­ten-Vogel-Ton! –
Ver­steck’ du Narr,
Dein blu­tend Herz in Eis und Hohn!

Die Krä­hen schrei’n
Und zie­hen schwir­ren Flugs zur Stadt:
Bald wird es schnei’n –
Weh dem, der kei­ne Hei­mat hat!

Fried­rich Nietz­sche

 

Über­sicht