Klees Kunst wird in ihrer Ent­fal­tung von den bei­den gros­sen krie­gen des 20. Jahr­hun­derts flan­kiert. Drei Mona­te nach der legen­dä­ren Tunis­rei­se im Früh­ling 1914 brach der Ers­te Welt­krieg aus. Der Zwei­te Welt­krieg war noch kein Jahr alt, als Klee 1940 in Mur­al­to starb. Als er Die Kapel­le mal­te, war er sel­ber Sol­dat, zu sei­nem Glück ledig­lich als Schrei­ber in einer deut­schen Flie­ger­schu­le. Als Künst­ler war er da bereits längst in der Lage zu «flie­gen» … und wie!

Das Blatt zeigt Klees voll ent­wi­ckel­tes Ver­mö­gen, in Gestalt einer träu­me­risch anmu­ten­den Kom­po­si­ti­on aus prä­zi­sen geo­me­tri­schen und zugleich zutiefst beseel­ten Farb­ab­stu­fun­gen eine neu­ar­ti­ge Räum­lich­keit in das tra­di­tio­nel­le Bild­ge­viert ein­schrei­ben zu kön­nen. Aus einer bräun­li­chen Grund­schicht erhe­ben sich von ver­schie­de­nen Sei­ten her Ber­ge und umfas­sen Archi­tek­tu­ren, die trans­pa­rent und drei­di­men­sio­nal erschei­nen. Wie die Moti­ve einer Spiel­kar­te die Mon­de zei­gen es an – sind die zau­ber­haf­ten Gebäu­de von unten wie von oben her les­bar.
Quel­le: Saal­text Fon­da­ti­on Beye­ler, Aus­stel­lung «Paul Klee. Die abs­trak­te Dimen­si­on»
Aus­stel­lung vom 1. Okto­ker 2017 bis 21. Janu­ar 2018