In die­sem Aqua­rell strebt eine For­ma­ti­on aus geo­me­tri­schen Gebil­den in Rich­tung des rech­ten Bild­rands. Jede Form wird mehr­fach wie­der­holt und wech­selt dabei von einem dunk­len zu einem hel­le­ren Ton im Spek­trum von Rot und Rosa, wird grös­ser und wie­der klei­ner. Der Titel gibt Auf­schluss: Die Fuge bezeich­net in der Musik eine kom­po­si­tio­nel­le Form, die von Wie­der­ho­lung und Mehr­stim­mig­keit bestimmt ist. So wird im Lau­fe der Fuge eine Melo­die­li­nie mehr­mals in unter­schied­li­chen Höhen nach­ge­ahmt — wenn die zwei­te Linie in einer ande­ren Ton­hö­he ein­setzt, hat sich die ers­te Linie bereits gewan­delt. Bei­de kön­nen an sich auch selb­stän­dig funk­tio­nie­ren und ver­bin­den sich doch in einem har­mo­ni­schen Zusam­men­spiel.
Sprach­lich kann das Word »Fuge« sowohl auf fuge­re (flüch­ten) als auch auf fug­a­re (jeman­den in die Flucht schla­gen) zurück­ge­führt wer­den. Bei­de latei­ni­schen Begriff­lich­kei­ten legen eine Beschleu­ni­gung nahe, bei der Schrit­te schnel­ler wer­den, die Zeit ver­rinnt, der Ort ent­schwin­det. Klee erwei­tert sein Bild so um eine abs­trak­te Dimen­si­on, in der das flüch­ti­ge Medi­um Musik dar­stell­bar wird.
Saal­text Fon­da­ti­on Beye­ler, Aus­stel­lung ‹Paul Klee. Die abs­trak­te Dimen­si­on›
1. Okto­ber 2017 bis 21. Janu­ar 2018