Der menschliche Makel

Cole­man Silk ist Lite­ra­tur­pro­fes­sor und ver­meint­lich der ers­te Dekan jüdi­scher Abstam­mung am Athe­na Col­le­ge in einer Stadt in Mas­sa­chu­setts. Tat­säch­lich ist Silk aber Afro­ame­ri­ka­ner mit hel­ler Haut – eine Tat­sa­che, die er seit sei­ner Stu­den­ten­zeit ver­heim­licht, um Dis­kri­mi­nie­rung zu ver­mei­den. Silk bezeich­net wäh­rend sei­ner Vor­le­sung zwei nie anwe­sen­de Stu­den­ten als „dunk­le Gestal­ten“ (im Ori­gi­nal: spooks), wobei er Geis­ter meint. Als sich die bei­den nie gese­he­nen Stu­den­ten als Afro­ame­ri­ka­ner erwei­sen und Kla­ge erhe­ben, weil das Wort spook auch eine abfäl­li­ge Bezeich­nung für Schwar­ze ist, wird er des Ras­sis­mus bezich­tigt. Empört kün­digt er den Job. Sei­ne Ehe­frau Iris stirbt kur­ze Zeit spä­ter infol­ge der Auf­re­gung.
Silk freun­det sich mit dem zurück­ge­zo­gen leben­den Schrift­stel­ler Nathan Zucker­man an, von dem er zuerst erwar­tet, dass die­ser ein Ent­hül­lungs­buch über sei­nen Fall schreibt. In Silks Dar­stel­lung ist die Ver­wal­tung des Col­le­ges für den Tod sei­ner Frau ver­ant­wort­lich. Zucker­man lehnt jedoch ab und meint, Silk sol­le das Buch selbst schrei­ben, was die­ser spä­ter erfolg­los ver­sucht.
Silk erzählt Zucker­man von sei­nem Leben. In eini­gen Rück­blen­den wird das Leben des jun­gen Cole­man Silk in den 1940er Jah­ren gezeigt, der in der Biblio­thek der Uni­ver­si­tät die schö­ne Stee­na Pal­son ken­nen­lernt. Zwi­schen ihnen ent­wi­ckelt sich eine Lie­bes­be­zie­hung, die jedoch zu Ende ist, als Stee­na Pal­son die Mut­ter von Silk ken­nen­lernt und bemerkt, dass sie nicht mit einem Mann afro­ame­ri­ka­ni­scher Abstam­mung zusam­men sein kann. Spä­ter lernt Silk Iris ken­nen und hei­ra­tet sie. Weil er fürch­tet, auch sie wür­de ihn wegen sei­ner Abstam­mung ver­las­sen, behaup­tet er, sei­ne Eltern sei­en tot. Sei­ne Fami­lie bricht dar­auf den Kon­takt zu ihm ab.
In der fil­mi­schen Gegen­wart geht Silk eine aus­ge­prägt sexu­ell ori­en­tier­te Bezie­hung mit der viel jün­ge­ren Fau­nia Far­ley ein. Fau­nia wur­de als Kind von ihrem Stief­va­ter sexu­ell miss­braucht, wes­halb sie mit 14 Jah­ren aus­riss und sich als Tramp durch­schlug. Spä­ter hei­ra­te­te sie, ihre Kin­der star­ben bei einem Brand. Dar­auf­hin beging sie einen Selbst­mord­ver­such. Fau­nia hat meh­re­re Jobs, dar­un­ter den einer Putz­frau auf dem Col­le­ge, auf dem Silk frü­her Pro­fes­sor war. Bei eini­gen Gele­gen­hei­ten – wie in einem exklu­si­ven Restau­rant – wirft sie ihrem Lieb­ha­ber vor, er wür­de sich ihrer als Putz­frau schä­men. Sie sagt ihm auch, er sol­le sei­nen Ruhe­stand als eme­ri­tier­ter Pro­fes­sor nicht als schwe­res Schick­sal betrach­ten; ihr Leben mit dem Miss­brauch in der Kind­heit, den ver­stor­be­nen Kin­dern, mit der geschei­ter­ten Ehe, mit meh­re­ren Jobs sei schwe­rer. Fau­na Far­ley wird häu­fig von ihrem Ex-Ehe­mann Les­ter beläs­tigt, der als Viet­nam-Vete­ran psy­chisch auf­fäl­lig ist und zum Stal­king neigt. Eines Tages steht er vor ihrem Haus und wird ver­haf­tet, da Fau­nia sofort die Poli­zei ruft.
Am Ende des Films ster­ben Cole­man und Fau­nia in Silks Auto, das von der ver­schnei­ten Fahr­bahn abkommt, als der in die Gegen­rich­tung fah­ren­de Les­ter Far­ley mit sei­nem Auto auf sie zuhält. Eine Psy­cho­lo­gin fragt Les­ter Far­ley, ob die­ser Schuld­ge­füh­le habe, was er ver­neint. Erst bei Colem­ans Beer­di­gung erfährt Zucker­man von Colem­ans Schwes­ter das Geheim­nis sei­ner Her­kunft und schreibt ein Buch mit dem Titel „Der mensch­li­che Makel“ über Cole­man Silk, der sein Leben um eine Lüge auf­ge­baut habe. In einer letz­ten Begeg­nung ver­sucht Zucker­man von Les­ter Far­ley her­aus­zu­fin­den, ob er Silk und Fau­nia umge­bracht hat.
zu Über­sicht