Der Zitronentisch.Julian Barnes

«Erzäh­lun­gen von gros­ser Meis­ter­schaft, mit Witz, mit Tem­po, mit Frech­heit» Elke Hei­den­reich Juli­an Bar­nes wird immer wie­der geprie­sen für sei­ne sti­lis­ti­sche Bril­lanz, für die schar­fe Beob­ach­tungs­ga­be, die Iro­nie und den oft schwar­zen Humor. Der Erzäh­lungs­band mit dem geheim­nis­vol­len Titel Der Zitro­nen­tisch zeigt Juli­an Bar­nes in sei­ner gan­zen Meis­ter­schaft. Jede Erzäh­lung steht für sich, doch sind alle durch das The­ma mit­ein­an­der ver­bun­den — das Altern. Ob die Erzäh­lun­gen nun im 19. Jahr­hun­dert oder in unse­rer Zeit spie­len, die Men­schen nähern sich dem Ende ihres Lebens, dem Ende, das sich in beson­de­ren Erfah­run­gen und oft irr­wit­zi­gen Situa­tio­nen ankün­digt. Sie gehen damit gelas­sen um oder auf­be­geh­rend, resi­gniert oder bit­ter. Die Zitro­ne, erfährt der Leser in der letz­ten Erzäh­lung Stil­le, ist für die Chi­ne­sen das Sym­bol des Todes. In die­ser Erzäh­lung über den aus­ge­brann­ten Kom­po­nis­ten Sibe­li­us tref­fen sich die alten Män­ner an einem (nicht Stamm-, son­dern) Zitro­nen­tisch, um über ihr Ende zu spre­chen: «Kopf hoch! Der Tod ist nicht mehr fern.» Juli­an Bar­nes erhielt 2004 den Öster­rei­chi­schen Staats­preis für Euro­päi­sche Lite­ra­tur. Der Preis wur­de im August 2005 ver­lie­hen.

 

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