Die Zeit1933,281, Paul Klee

Die Zeit
1933,281, Paul Klee

 

Die Zeit steht still

Die Zeit steht still.
Wir sind es, die ver­ge­hen.
Und doch, wenn wir im Zug vor­über­we­hen,
scheint Haus und Feld und Her­den, die da gra­sen,
wie ein Phan­tom an uns vor­bei­zu­ra­sen.
Da winkt uns wer und schwin­det wie im Traum,
mit Haus und Feld, Later­nen­pfahl und Baum.

So weht wohl auch die Land­schaft uns­res Lebens
an uns vor­bei zu einem andern Stern
und ist im Nahe­kom­men uns schon fern.
Sie anzu­hal­ten suchen wir ver­ge­bens
und wis­sen wohl, dies alles ist nur Trug.

Die Land­schaft bleibt, indes­sen unser Zug
zurück­legt die ihm zuge­mess­nen Mei­len.

Die Zeit steht still.
Wir sind es, die ent­ei­len.

Mascha Kalé­ko

 

Über­sicht