Das Mädchen mit dem Perlohrring. Tracy Chevalier

Delft 1665: Als Griets (Scar­lett Johans­son) Vater (Chris McHal­lem), der Kacheln bemalt, bei der Explo­si­on eines Brenn­ofens erblin­det und nicht mehr für den Lebens­un­ter­halt der Fami­lie sor­gen kann, muss die Sieb­zehn­jäh­ri­ge in dem düs­te­ren Haus des intro­ver­tier­ten Künst­lers Jan Ver­meer (Colin Firth), des­sen eit­ler Ehe­frau Catha­ri­na (Essie Davis) und sei­ner aufs Geld bedach­ten Schwie­ger­mut­ter Maria Thins (Judy Par­fitt) eine Stel­le als Dienst­magd anneh­men. Die Bediens­te­te Tan­ne­ke (Joan­na Scan­lan) weist Griet in ihre Auf­ga­ben ein: Put­zen, Waschen, Ein­kau­fen, Geschirr spü­len usw.
Catha­ri­na Ver­meer hat bei Griets Ein­tref­fen sechs Kin­der und bekommt regel­mä­ßig wei­te­re dazu. Cor­ne­lia (Alaki­na Mann), die ältes­te Toch­ter, belau­ert die neue Magd, ver­schmiert schon mal aus Bos­heit die frisch gewa­sche­ne und zum Trock­nen auf­ge­häng­te Bett­wä­sche mit Lehm und ver­steckt einen Schild­patt­kamm ihrer Mut­ter, damit Griet als Die­bin ver­däch­tigt wird.
Im Ate­lier Jan Ver­meers begeis­tert Griet sich für die Male­rei, die es ihr ermög­licht, vor­über­ge­hend die Welt zu ver­ges­sen, in der sie fort­wäh­rend gede­mü­tigt wird. Obwohl Jan Ver­meer und Griet ganz ver­schie­de­nen Gesell­schafts- und Bil­dungs­schich­ten ange­hö­ren, gewinnt die jun­ge Frau all­mäh­lich die Zunei­gung des ange­se­he­nen Künst­lers; er fühlt sich von Griet inspi­riert und zeigt ihr, wie sie die kost­ba­ren Far­ben mischen soll. Die unschick­li­che Ver­traut­heit der bei­den erregt Catha­ri­nas Zorn und Eifer­sucht und sorgt in Delft für Klatsch.
Pie­ter (Cil­li­an Mur­phy), der Sohn des Flei­schers Paul vom Markt (Geoff Bell), ver­liebt sich in Griet, und nach eini­ger Zeit lässt sie sich von ihm bei einem sonn­täg­li­chen Spa­zier­gang küs­sen.
Aber auch Jan Ver­meers Mäzen Peter van Ruij­ven (Tom Wil­kin­son), der für sei­ne Frau­en­geschich­ten bekannt ist, hat ein Auge auf Griet gewor­fen. Ein­mal über­rascht er sie beim Wäsche­auf­hän­gen, drängt sie gegen eine Haus­wand und ver­sucht, sie zu küs­sen und zu begrap­schen. Es ist Griet des­halb gar nicht recht, dass Jan Ver­meer für Pie­ter van Ruij­ven ein Bild­nis von ihr malen soll, aber der Künst­ler wird von sei­ner um die finan­zi­el­len Ver­hält­nis­se besorg­ten Schwie­ger­mut­ter gedrängt, es sich mit sei­nem Gön­ner nicht zu ver­der­ben. Catha­ri­na Ver­meer darf nichts davon erfah­ren, schon gar nicht, dass Griet bei den Sit­zun­gen für das Por­trät einen ihrer Per­len­ohr­rin­ge tra­gen soll, weil der Maler Griets Augen mit einem drit­ten hel­len Punkt an ihrem lin­ken Ohr kom­bi­nie­ren möch­te. Das Loch für den Per­len­ohr­ring sticht Jan Ver­meer eigen­hän­dig – und natür­lich denkt man dabei an eine Deflo­ra­ti­on. «Sie haben in mich hin­ein­ge­se­hen», wun­dert sich Griet, als sie das halb­fer­ti­ge Por­trät betrach­tet.
Bevor Jan Ver­meer sei­nem Auf­trag­ge­ber «Das Mäd­chen mit dem Per­len­ohr­ring» lie­fern kann, ver­rät Cor­ne­lia ihrer Mut­ter, dass er die Magd gemalt hat. Auf­ge­bracht eilt Catha­ri­na ins Ate­lier und ver­langt, das Bild zu sehen. Sie kann es kaum fas­sen, dass ihr Mann eine Dienst­magd por­trä­tier­te und das Mäd­chen dabei auch noch einen ihrer Per­len­ohr­rin­ge trug. Zor­nig wirft sie Griet aus dem Haus, und Jan Ver­meer lässt es gesche­hen, obwohl er dar­un­ter lei­det.
zu Über­sicht