Fami­lie Klee 1908

Hans Wil­helm Klee

Ida Maria Klee in Leis­si­gen (Thu­ner­see)
1902, Foto: Paul Klee

Fami­lie Klee
Sep­tem­ber 1906, Bern

Kind­heit und Fami­lie

Paul Klee wur­de am 18. Dezem­ber 1879 in Mün­chen­buch­see bei Bern in der Schweiz gebo­ren. Sei­ne Schwes­ter Mat­hil­de wur­de vier Jah­re vor­her gebo­ren. Mat­hil­de arbei­te­te als Sprach­leh­re­rin. Sie blieb ihr Leben lang unver­hei­ra­tet und ver­sorg­te ihre Eltern im Obst­berg (Wohn­ort der Fami­lie Klee).

Paul Klees Vater wur­de in der hes­si­schen Klein­stadt Tann in der Rhön gebo­ren.  Er ist in ein­fa­chen Ver­hält­nis­sen auf­ge­wach­sen und hat­te eine Aus­bil­dung zum Volks­hoch­schul­leh­rer gemacht. Er bekam ein Sti­pen­di­um für das Stutt­gar­ter Kon­ser­va­to­ri­um, wo er Gesang, Kla­vier, Orgel und Vio­li­ne stu­dier­te. Dort lern­te er sei­ne spä­te­re Frau, Ida Frick, ken­nen und lie­ben.
Spä­ter war er Päd­ago­ge am Leh­rer­se­mi­nar Hof­wil bei Bern, wo er fünf­zig Jah­re wirk­te. Er unter­rich­te­te in den Fächern Kla­vier- und Orgel­spiel sowie Gesang und Vio­li­ne. Hans Wil­helm Klee war deut­scher Staats­bür­ger. Durch sei­ne Hei­rat mit der Bas­le­rin Ida Frick kam er in die Schweiz. Auf­grund der Staats­an­ge­hö­rig­keit sei­nes Vaters erhielt auch Paul Klee die deut­sche Staats­an­ge­hö­rig­keit.

Klees Mut­ter Ida war eine aus­ge­bil­de­te Sän­ge­rin (Sopra­nis­tin), konn­te aber wegen einer Krank­heit ihren Beruf nicht aus­üben, sie sass seit 1899 im Roll­stuhl. Ida Klee wur­de in Besan­çon gebo­ren, besass einen Schwei­zer Pass und war in Basel auf­ge­wach­sen. Die Mut­ter von Ida Frick war von ihrem Ehe­mann geschie­den, wer ihr Vater war erfuhr sie nie. In der Fami­lie kur­sier­te das Gerücht, dass er aus Nord­afri­ka stam­me, was aber nie belegt wur­de.

Paul Klees Gross­mutter (müt­ter­li­cher­seits), Anna Catha­ri­na Rosi­na Frick war von ent­schei­den­der Bedeu­tung für Klees künst­le­ri­sche Ent­wick­lung. Sie war es auch, die sich dafür ein­setz­te, dass man dem klei­nen Paul sei­ne Links­hän­dig­keit nicht aus­trieb. Im Hau­se Klee herrsch­te die Musik vor. Klee’s Gross­mutter lei­te­te ihn zum Zeich­nen an und eta­blier­te so die bil­den­de Kunst im Haus Klee.

Und dann gab es noch Klees Onkel Ernst Frick. Ihm gehör­te in der Ber­ner Innen­stadt das Café Frick (heu­te Restau­rant del­la Casa). Klee erleb­te ihn als den «dicks­ten Mann der Schweiz».

Nach meh­re­ren Woh­nungs­wech­sel erwarb die Fami­lie Klee 1897 ein Haus im Ber­ner Kir­chen­feld­quar­tier – Obst­berg­weg 6.

Von 1886 bis 1890 besuch­te Klee die Pri­mar­schu­le und erhielt mit sie­ben Jah­ren Gei­gen­un­ter­richt an der Städ­ti­schen Musik­schu­le. Das Gei­gen­spiel beherrsch­te er bald so meis­ter­haft, dass er bereits als Elf­jäh­ri­ger als aus­ser­or­dent­li­ches Mit­glied bei der Ber­ni­schen Musik­ge­sell­schaft spie­len durf­te. Im Alter von 10 Jah­ren besuch­te er zum ers­ten Mal Giu­sep­pe Ver­dis Oper «Il Tro­va­to­re». Ein Leben lang behielt Paul Klee die Lie­be zur Oper.

 

Quel­len­an­ga­be
–Paul Klee — Leben und Werk, Her­aus­ge­ber: Zen­trum Paul Klee, Bern
–Paul Klee — Sein Leben•Seine Kunst, Boris Fried­wald, Pres­tel Ver­lag

 

Über­sicht Leben

Paul Klee, 1880

Paul Klee und Schwes­ter Mat­hil­de, Bern, um 1884

Haus der Fami­lie Klee, Bern, Obst­berg­weg 6, foto­gra­fiert 1917