Nachgetragene Liebe.Peter Härtling

Der Autor erzählt von sei­nem Kin­der­hass auf den Vater, der als Anwalt im Drit­ten Reich den ent­rech­te­ten jüdi­schen Bür­ger gegen die Nazis half. Das Kind ver­steht nicht, wie­so die Eltern nicht wie alle ande­ren Hit­ler zuju­beln und flüch­tet sich in die Gemein­schaft der Hit­ler­ju­gend. Der Vater ver­sucht ver­geb­lich, sei­nen Sohn auf sei­ne Sei­te zu zie­hen, fin­det aber nicht den rech­ten Ton. Die tra­gi­sche Bezie­hung endet mit dem Tod des Vaters kurz vor Kriegs­en­de. Härt­ling ver­sucht in die­sem auto­bio­gra­phi­schen Roman bei­de zu ver­ste­hen. Das ver­blen­de­te Kind, das er selbst war, und den stum­men Vater, der doch auf der rich­ti­gen Sei­te kämpf­te und vie­len Men­schen half – nur sei­nen Sohn hat er nicht erreicht. Berüh­rend ist die Lek­tü­re vor allem auch wegen des ein­sei­ti­gen Dia­logs, den Härt­ling mit dem toten Vater führt und der sich durch das gan­ze Buch zieht.

 

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