Paul Klee, Gezeich­ne­ter 1935, 146

 

Nur zwei Dinge

Durch so viel Form geschritten,
durch Ich und Wir und Du,
doch alles blieb erlitten
durch die ewi­ge Fra­ge: wozu?

Das ist eine Kinderfrage.
Dir wur­de erst spät bewußt,
es gibt nur eines: ertrage
— ob Sinn, ob Sucht, ob Sage -
dein fern­be­stimm­tes: Du mußt.

Ob Rosen, ob Schnee, ob Meere,
was alles erblüh­te, verblich,
es gibt nur zwei Din­ge: die Leere
und das gezeich­ne­te Ich.

Gott­fried Benn, 1953

 

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