Das Uni­ver­sum Klee

Im Jahr 2008 fand in der Neu­en Natio­nal­ga­le­rie Ber­lin eine Aus­stel­lung statt, die den Namen trug Das Uni­ver­sum Klee. Im gleich­na­mi­gen Aus­stel­lungs­ka­ta­log schrieb der dama­li­ge Direk­tor der Natio­nal­ga­le­rie, Peter-Klaus Schus­ter ein Vor­wort, wel­ches das Uni­ver­sum Klees sehr gut beschreibt. Ich möch­te des­halb hier, ein paar Stel­len dar­aus zitie­ren:

Als kom­plet­te Par­al­lel­welt ist das Uni­ver­sum Klee durch die schie­re Viel­falt der Wer­ke eine bild­ne­ri­sche Enzy­klo­pä­die von gera­de­zu tita­ni­schem Aus­mass zu allen Schön­hei­ten und Schre­cken unse­rer Welt, zu ihren Ängs­ten, Hoff­nun­gen und Sehn­süch­ten, zu Leben und Ster­ben, zu all den ers­ten und letz­ten Din­gen. Ein Uni­ver­sum, wie es mit sol­cher Wahr­haf­tig­keit wie Spi­ri­tua­li­tät in der deut­schen Kunst ver­gleich­bar noch bei Albrecht Dürer und Joseph Beuys und in der Lite­ra­tur bei Johann Wolf­gang von Goe­the vor­kommt. Ein Uni­ver­sum, dass Klee selbst­be­wusst mit der gött­li­chen Schöp­fung ver­gleicht.

Höchst anschau­lich wer­den in die­sem orbis pic­tus (lat.: «der gemal­te Kreis» = das Abbild der Welt) auch der über­wäl­ti­gen­de Reich­tum der For­men­spra­che Klees, sei­ne Viel­falt wie sei­ne sou­ve­rä­nen Stil­wech­sel.

Er zitiert den ehe­ma­li­gen Kunst­di­rek­tor Georg Schmidt, der von 1939 bis 1961 Direk­tor des Kunst­mu­se­ums Basel war und der 1935 in sei­ner Rezen­si­on in der Natio­nal-Zei­tung zur Klee-Aus­stel­lung in der Ber­ner Kunst­hal­le schrieb: «Ich glau­be, wer alle Sym­bo­le Klees zu lesen ver­stün­de, der wür­de unter der rein ästhe­tisch so unge­mein genuss­vol­len Ober­flä­che die­ser Bil­der das gan­ze Grau­en unse­rer ver­fal­le­nen Zeit zuta­ge tre­ten sehen.»

Ich beschäf­ti­ge mich schon seit vie­len Jah­ren mit Paul Klee und sei­nem Werk. Begon­nen hat es damit, dass ich zwei Bil­der von ihm sah und es mir beim eis­kalt den Buckel her­un­ter­lief. Ich wuss­te nicht, wer die­ser Künst­ler war, der die­se wun­der­ba­ren und berüh­ren­den Bil­der gemalt hat­te und ich beschloss, ihn und sein Werk ken­nen­zu­ler­nen. Es han­del­te sich um das Bild «mit grü­nen Strümp­fen, 1939,1009 (CD 9)» und «Tanz des trau­ern­den Kin­des II, 1922,20».

      

Längst habe ich vie­le «Lieb­lings­bil­der» und manch­mal rei­se ich den Bil­dern sogar nach. So bin ich bei­spiels­wei­se nach Köln gereist, um das Bild «Haupt­weg und Neben­we­ge 1929, 90 (R 10)». Ich war in Mün­chen, um «Das Licht und Etli­ches 1931,228 (V 8)» zu sehen. In Düs­sel­dorf sah ich die Aus­stel­lung «100 x Paul Klee» und in Ber­lin sah ich die Aus­stel­lung «Les Klee du Para­dis». Die Idee, eine Aus­stel­lung mit die­sem Titel zu zei­gen, geht auf den Kunst­händ­ler und Samm­ler Heinz Berg­gru­en (1914–2007) zurück.

Selbst­ver­ständ­lich bin ich auch immer wie­der in Bern, wo ich im Kunst­mu­se­um Bern «Ad Par­nas­sum 1932,274 (X 14)» sah oder im Zen­trum Paul Klee immer wie­der die wun­der­ba­ren Aus­stel­lun­gen besu­che.

Ich ver­su­che auf die­ser Web­site Paul Klees Leben und Werk zu prä­sen­tie­ren. Dabei hel­fen mir die über 100 Aus­stel­lungs­ka­ta­lo­ge und Bücher aus mei­nem Bücher­schrank, aus denen ich zu den ein­zel­nen Klee-The­men zitie­ren kann.

Natür­lich habe ich ein paar Klee-Bil­der ver­öf­fent­licht. Aber es sind nur ein klei­ner Teil, gemes­sen an den knapp 10’000 Wer­ken die Paul Klee geschaf­fen hat.

Ich hof­fe, ich kann den einen oder ande­ren für die­sen ein­zig­ar­ti­gen Künst­ler begeis­tern kann. Ich kann nur sagen, es lohnt sich.

Ver­grös­se­rung: auf das Bild kli­cken!

Paul Klee 1880

Paul Klee 1911

Nach der Zeich­nung, Ver­sun­ken­heit
19/75, 1919,113 – Litho­gra­fie

Selbst­por­trait en Face in D. Hand gestützt, 1909,32