Sta­tus­tex­te des Tages (Bil­der gross anschau­en? Draufkli­cken!)

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24.4.2019, 7:17 Uhr
Expe­ri­men­tell

1. April 2020
Sit­ze auf der
Couch
schaue im TV
wie Deutsch­land
sei­nen Tanz­star
sucht
so ein Blöd­sinn
den­ke ich
schaue jedoch
gelang­weilt
bis zum Schluss
habe zu viel Zeit

27.10.2019, 12:27 Uhr
Kir­che in der Val Fex

2. April 2020
frü­her
tick­te mir
mei­ne Uhr
die Zeit weg
erbar­mungs­los
heu­te tickt sie mir
die Lan­ge­wei­le
in den Tag
scho­nungs­los
eine lan­ge Wei­le
müs­sen wir sie
noch gedul­dig
ertra­gen

31.5.2017, 13:50 Uhr
Inn in S‑chanf

3. April 2020
Der Inn zeigt die
Dehn­bar­keit der Zeit
die Ruhe des Flus­ses
durch­bro­chen vom
Gesang einer Was­ser­am­sel
Cin­clus cin­clus
sie schwimmt gut
taucht geschickt
kein Insekt ist
vor ihr sicher
Inn und Was­ser­am­sel
in inni­ger Umar­mung
mit weiss gebläh­ter
Brust schaut sie dem
Früh­ling ent­ge­gen

6.3.2016, 12:01 Uhr
Wald bei Lavin

4. April 2020
Wie man in den
Wald hin­ein ruft
so schallt es her­aus
Oder?
aber heu­te
ohren­be­täu­ben­des
Schwei­gen
die Natur
geniesst die
Men­schen­lee­re

26.5.2019, 15:41 Uhr
Soglio

5. April 2020
Fah­nen
wer­ben
nicht mehr
ihre Schnü­re
kra­chen
an die nack­ten
Fah­nen­stan­gen
jeder Ton
ein Erin­nern
an die
pral­le Welt

20.10.1015, 11.29 Uhr
St. Morit­zer See

6. April 2020
Lau­fe ent­lang dem
St. Morit­zer See
von unten schlägt
das Was­ser dumpf
an die dünn
gewor­de­ne
Eis­de­cke
plopp plopp plopp
lass mich raus
ploppt es der
Son­ne zu
ich will den
Früh­ling sehn

12.7.2016, 6:07 Uhr
Son­ne auf Guar­da

7. April 2020
Soli­da­ri­tät
Welt­schrei
wir leben
unbe­ding­tes
Zusam­men­hal­ten
ande­re Lebens­si­tua­tio­nen
berüh­ren uns wie­der
wir leben
Rück­sicht
Ver­bun­den­heit
Gemein­sinn
und Ruhe
draus­sen
scheint die
Son­ne

29.7.2017, 13:13 Uhr
Gestein irgend­wo

8. April 2020
Üses Gross­mu­e­tis
Albert isch gstor­be
da het es aafa
hand­ar­bei­te
schö­ni Tisch­tüecher
u Chüs­se­ne
eis Chrüz­li
grad wi ds ange­re
us fynem wys­sem Garn
für üs aui
i gseh di Deche­li
no hütt vor mer
hei mir ihm ächt einisch
rächt mer­ci gseit der­für

23.11.2015, 15:32 Uhr
Schilf am Boden­see

9. April 2020
Hal­lo Sturm
bist ganz ver­wirrt
kei­ne Hüte zum
Weg­we­hen mehr
und kei­ne Fri­su­ren
zum Zer­stö­ren
die Stras­sen
men­schen­leer
kei­ne Angst
wir sind nicht
aus­ge­stor­ben und
wer­den bald wie­der
für dich da sein

20.10.2015, 10:07 Uhr
Sil­ser See

10. April 2020
Wir leben iso­liert
sind auf uns
zurück­ge­wor­fen
aber wir sind
nicht allein
die gan­ze Welt
steht zusam­men
Alles ist eins
Alles ist eins

26.2.2019, 14:57 Uhr
Blu­me in Vase

11. April 2020
Heu­te stand der Oster­ha­se
in mei­nem Gar­ten und woll­te
sei­ne Oster­ei­er ver­ste­cken
er schau­te sich um
schüt­tel­te den Kopf
bei uns im Enga­din
wächst das Gras erst im Mai
erklär­te ich ihm
ach so sag­te er und hop­pel­te
unver­rich­te­ter Din­ge davon
naja, den­ke ich
ohne­hin ist Ostern die­ses
Jahr anders als sonst
ich neh­me es gelas­sen

11.9.2016, 10:07 Uhr
Haus­wurz, Lavin

12. April 2020
Ges­tern so faul und
natür­lich allein lie­gend
in der Son­ne auf mei­nem
Bal­kon dach­te ich
wie leicht es doch ist
Leben zu ret­ten
ich mache das heu­te
und mor­gen wie­der
solan­ge bis die
Welt aus allen Näh­ten
platzt vor lau­ter Geret­te­ten
und ich braun bin wie
Scho­ko­la­de

4.10.2019, 10:45 Uhr

13. April 2020
Gibt es etwas, was uns in aller
Nich­tig­keit trägt, was uns nie
ver­zwei­feln lässt?
Ein Bestän­di­ges in allem Wan­del,
ein Unbe­ding­tes in allem Beding­ten?
Ein Abso­lu­tes bei der über­all
erfah­re­nen Rela­ti­vi­tät?
Was bleibt uns: der Tod, der am
Ende alles sinn­los macht? Was soll
uns Mut zum Leben und was zum
Ster­ben geben?
Neh­men wir uns
doch ein­mal die Zeit
dar­über nach­zu­den­ken!

16.2.2016, 8:57 Uhr
ein Tul­pen­in­ne­res

14. April 2020
Hoff­nung
kraft­spen­den­de Kraft
in Momen­ten wie die­sen
du bist wie ein
Ripp­chen Scho­ko­la­de
auf der Zun­ge
hal­te aus bei uns
es wird doch alles
wie­der gut oder?

4.10.2019, 9:58 Uhr

15. April 2020
Ein­sam­keit
bist du bei mir?
Ja? Wie schön!
DU erlaubst mir
den Kon­takt
zu mir selbst
mich zu hören
mich sehen
mich zu füh­len
ich möch­te dich
nicht mis­sen
du bist der Kern
der mein Leben
beflü­gelt

8.7.2017, 9:02 Uhr

16. April 2020
#Wir­B­lei­ben­zu­Hau­se
unser Slo­gan
wir befol­gen ihn
aber was machen
die Obdach­lo­se?

27.5.2018, 14:11 Uhr

17. April 2020
Coro­na
hast die Welt zuge­sperrt
und den Schlüs­sel ver­steckt
nimmst jetzt unse­ren Platz ein
sitzt fett in jedem Win­kel
unse­rer Städ­te
läufst durch die Stras­sen
und willst uns fin­den
um uns zu ver­gif­ten
und fin­dest uns auch
wenn wir nicht auf­pas­sen
schäm dich du Unge­heu­er
wir ver­spre­chen dir aber
du wirst uns nicht
bezwin­gen

5.5.2019, 22:05 Uhr

18. April 2020
Son­nen­ge­wit­ter
kraft­voll wächst
Licht in den
hoff­nungs­grü­nen Tag
berührt unfass­bar
unser Seh­nen
gespannt
ver­har­ren wir
im Unge­ahn­ten

14.3.2019, 12:19 Uhr

19. April 2020
Locke­rung der stren­gen
Ver­hal­tens­re­geln
das schmeckt so
wie die ers­te Glace
zu Som­mer­be­ginn
am ita­lie­ni­schen
Gla­ce­wa­gen
bei strah­len­der
Son­ne irgend­wo
an einem See
Na… und die
Park­plät­ze
wer­den wie­der
gebüh­ren­pflich­tig

13.10.2013, 12:56 Uhr

20. April 2020
Sass ges­tern am Inn
die Was­ser­am­sel
schnapp­te sich Insek­ten
flink, ruhe­los
und immer erfolg­reich
die Son­ne brann­te
in mein Gesicht
ich rezi­tier­te mein
Lieb­lings­ge­dicht
ich schick­te die Wor­te
mit dem Was­ser­lauf
des ruhig flies­sen­den Inn
euch ent­ge­gen
Ich habe Sehn­sucht
nach euch

14.3.2019, 12:19 Uhr

21. April 2020
Leben ist
–der ers­te Son­nen­strahl nach vie­len Regen­ta­gen
–ein Vogel­ruf um vier Uhr mor­gens
–Harz­ge­ruch im Wald
–mit einem Freund Glace essen gehen
–in der Son­ne lie­gen nach einem har­ten Win­ter
–der ers­te Apfel nach der Heil­fas­ten­zeit
–die schnur­ren­de Kat­ze auf dem Schoss sitzt
–ein Geschenk. Man kann’s nur ein­mal aus­pa­cken
—-jetzt bist du dran
—-was ist für dich leben?

11.8.2004, 15:08 Uhr
Bläu­ling

22. April 2020
Geschen­ke Got­tes
Atmen kön­nen
Lie­ben dür­fen
frei sein dür­fen
Musik, Bücher, Kunst
und
Son­ne auf der Haut
Wind in den Haa­ren
und das Wich­tigs­te
Freun­de

16.4.2014, 13:12 Uhr

23. April 2020
Wie­sen zu Früh­lings­be­ginn
weis­se und lila
Kro­kus­se grüs­sen
um die Wet­te
enga­di­ner­blau­er
Him­mel über uns
alles wun­der­bar
nur die Stil­le
schlägt eine Ker­be
in die fried­li­che
Stim­mung

6.3.2016, 13:16 Uhr

24. April 2020
Was bleibt
die Son­ne an ihrem Platz
obwohl nie­mand sie hält
der Strom
auch wenn die Schif­fe davon­se­geln
mei­ne Hand­schrift
der Brun­nen im Wald
obwohl das Was­ser
nach Schwe­fel schmeckt
Weih­nachts­lie­der
der Maro­ni­ver­käu­fer
(er wird ver­schwin­den, aber noch ist er da)
der Schlaf
die Lang­sam­keit der alten Leu­te
die Lie­be und die Schwär­ze der Nacht
irgend­wo auf der Welt
und die Ewig­keit, sie hat Zeit

1.1.2017, 16:29 Uhr

25. April 2020
Oh Ori­on
du Jäger der Welt
heut Nacht
schau­te ich nach dir
du treu­er Freund
grüss­test mich und
lach­test mich an
dei­ne Bestän­dig­keit
welch ein Trost
auch wenn ich dich
an die Mor­gen­son­ne
ver­lie­re
ich tref­fe dich wie­der
nächs­te Nacht

26.5.2019, 15:29 Uhr

26. April 2020
Die Lie­be selbst ver­bie­tet dir
nicht zu lie­ben
dei­ne wei­che Hand
wel­che mich abweist
sucht den Weg zu mei­ner Hand
dei­ne Augen sagen mir:
Ich lie­be dich
wäh­rend du sagst:
Ich lie­be dich nicht
aus der Oper «Fedo­ra»
von Umber­to Gior­da­no

6.7.2014, 6:56 Uhr

27. April 2020
Das Leben das war
und dann ver­schwand
urplötz­lich
wann wer­den
wir wie­der tan­zen?
Cham­pa­gner trin­ken
uns umar­men
schwer wiegt das Heu­te
Unge­duld ver­geh!
Ich war­te auf den
Flie­der

29.7.2017, 13:37 Uhr

28. April 2020
Als ich heu­te Mor­gen
das Fens­ter öff­ne­te
flat­ter­te der Früh­ling rein
er grüss­te freund­lich
sag­te, ich will nur kurz
mal schau­en wie es dir geht
lan­ge kann ich nicht blei­ben
habe eine Ver­ab­re­dung
im Enga­din mit Frau Hol­le
ich kom­me aber bald zurück
ganz sicher

14.2.2003, 23:15 Uhr

29. April 2020
Die Lüge schaut
mich an sagt
ich weiss
du magst
mich nicht
trotz­dem kann ich
dich nicht ver­scho­nen
ich ant­wor­te­te ihr
mei­ne Intui­ti­on erkennt
dich und dann jage
ich dich mit Schimpf
und Schan­de aus mei­nem
Haus und dei­nen
Besit­zer gleich dazu